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Seit dem Schuljahr 2011/12 gibt es unter der Leitung von Frau Wellmer ein Projekt am GV, in dem einige Schülerinnen und Schüler die Freizeitaktivitäten der Heimbewohner im AWO Seniorenheim in Friedrichsfeld auf der Hügelstraße mitgestalten und unterstützen.

Jeden Dienstagnachmittag besuchen Katrin, Theresa, Marc-Justin, Jan und Maksim ihre "Oldies", um mit ihnen zu spielen (z.B. "Mensch ärgere dich nicht"), vorzulesen, spazieren zu gehen oder einfach zu erzählen. Bevor die fünf aber auf die Senioren "losgelassen" wurden, hieß es zunächst einen "Rollstuhlführerscheinkursus" zu absolvieren, den alle auch mit viel Spaß bestanden. Gute und wichtige Informationen lieferte ein Film zum Thema Demenz, um einige Verhaltensweisen von Bewohnern besser verstehen und einordnen zu können.

"Die Demenzkranken sind zwar auch mal unfreundlich und beleidigen einen, doch das vergisst man schnell wieder. Sie sind sehr vergesslich und erinnern sich manchmal nicht einmal an die Schokolade, die man Minuten vorher erst mitgebracht hat. Oder sie erkennen einen gar nicht. Trotzdem macht es mir total viel Spaß sie zu besuchen", weiß Maksim zu berichten.
"Alte Menschen erzählen viel von früher", sagt Theresa. Sie hört ihrem zu betreuenden Ehepaar gerne zu oder erzählt ihnen Neuigkeiten.
"Es gibt immer etwas zu reden. Manchmal erzählen sie zum Beispiel vom Krieg. Das ist interessant, anders als aus dem Geschichtsbuch." Jan fachsimpelt gerne mit dem sportinteressierten Herrn D. über Fußball und macht ausgiebige Spaziergänge mit ihm.
Katrin liest einer blinden, krimibegeisterten Dame spannende Kurzkrimis vor. "Frau B. freut sich jede Woche auf die Krimistunde", sagt Katrin.
Marc-Justin hat in den bisher wenigen Besuchswochen auch schon eine traurige Erfahrung machen müssen. Sein "Partner" Herr G., mit dem er sich vom ersten Moment an gut verstand, ist plötzlich und unerwartet verstorben. "Auf unseren Spaziergängen gab es immer viel zu lachen und das gemeinsame Kaffeetrinken zu Beginn eines jeden Besuches werde ich auch vermissen", erzählt Marc-Justin traurig.

b_300_225_16777215_0___media_Fachschaften_Generation1.JPGDas Engagement, das die Neuntklässler zeigen freut auch Frau Wellmer. "Es ist für Schüler wichtig zu merken, dass sie etwas tun können und dass sie gebraucht werden", sagt sie.
Frau Ortmann, die Leiterin des Altenheims ergänzt noch, dass die alten Leute alle begeistert und froh sind, dass es junge Menschen gibt, die ein wenig Abwechslung in ihren oft eintönigen Alltag bringen. Beide fänden es schön, wenn sich auch in Zukunft Schüler finden, die Freude und Spaß am Umgang mit Senioren haben und das Projekt weiter leben lassen. Außerdem bekommen alle, die sich ein Jahr oder länger engagieren ein Zertifikat, das auch für den weiteren beruflichen Lebensweg verwendet werden kann. Jan ergänzt noch abschließend: "Jeder sollte auch an eins denken: Wenn wir einmal alt sind, wollen wir ja auch, dass uns jemand hilft".

 
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