Der schwärzeste Tag in der Geschichte der Stadt - Der Projektkurs Auschwitz erinnert an den 9. November 1938 PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 30. Oktober 2016 um 19:18 Uhr

Jungen des jüdischen Waisenhauses in DinslakenJungen des jüdischen Waisenhauses in DinslakenZusammen mit Anne Prior erinnert der Projektkurs „Gegen das Vergessen“ am Gymnasium Voerde an die Reichspogromnacht 1938 und die Schicksale der Bewohner des jüdischen Waisenhauses in Dinslaken. Zur Gedenkveranstaltung im Großraum der Schule am 9. November ab 19 Uhr sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in vom nationalsozialistischen Regime organisierten Gewaltmaßnahmen über 1400 Synagogen zerstört, Betstuben und sonstige Versammlungsräume, jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe verwüstet und demoliert. Über 400 Menschen wurden getötet oder in den Suizid getrieben. Die so genannten Novemberpogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

Auch in Dinslaken brannte am frühen Morgen des 10. November die Synagoge, wurden jüdische Geschäftshäuser ruiniert und Wohnungen angegriffen. Die Buchhändlerin Anne Prior hat die Geschichte der Pogrome in Dinslaken recherchiert und in zwei Büchern veröffentlicht. Besonders intensiv hat sie sich in ihren Forschungen mit den Schicksalen der Kinder im jüdischen Waisenhaus beschäftigt, über die sie auf Einladung der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Voerde am 9.11. berichten wird.

Der Projektkurs „Gegen das Vergessen“ am Gymnasium Voerde besteht aus 21 Oberstufenschülerinnen und -schülern. Ein ganzes Schuljahr lang beschäftigen sie sich mit dem Holocaust und der Judenverfolgung. Sie haben bereits Gespräche mit der Überlebenden Eva Weyl im Durchgangslager Westerbork geführt und das Anne-Frank-Haus in Amsterdam besucht. Am 13. November treten sie die Reise nach Auschwitz an, um sich dort über das Vernichtungslager der Nazis zu informieren.

Mit Unterstützung von Anne Prior möchte der Projektkurs an die Judenverfolgung und den Holocaust erinnern. Im Rahmen der Veranstaltung am 9. November ab 19 Uhr werden sie Brötchen, Kuchen und Getränke gegen Spenden anbieten. Die Spenden werden sie für die Verlegung eines Stolpersteins für Elfriede Ingenkamp verwenden. Elfriede Ingenkamp gelangte mit einem Kindertransport aus Dinslaken Ende 1938 in die Niederlande, lebte in Rotterdam in einem Waisenhaus und wurde bei der Befreiung am 5.5.1945 sehr wahrscheinlich von einer verirrten Kugel tödlich getroffen. Der Stolperstein mit ihrem Namen wird am 30.1.2017 verlegt. Der Projektkurs übernimmt die Patenschaft.

 
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