Eigenverantwortung durch Selbstreflexion - Am GV fanden zum ersten Mal Schülersprechtage statt PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 12. November 2016 um 14:19 Uhr

Verena Nogaj in einem Beratungsgespräch mit einem SchülerVerena Nogaj in einem Beratungsgespräch mit einem SchülerAm Gymnasium Voerde werden seit diesem Schuljahr zwei von vier Elternsprechtagen durch Schülersprechtage ersetzt. Die ersten Schülersprechtage fanden am Mittwoch, 9.11., und am Montag,14.11., statt. Sie sollen den Schülern die Möglichkeit geben, selbst mit ihren Lehrern über ihre Stärken und Schwächen zu sprechen. Sie sollen so zu mehr Selbstverantwortlichkeit und Selbstreflexion ermuntert werden. Die Schule setzt damit ihr Motto „Verantwortung leben“ weiter um und geht dabei andere Wege als die momentan sich verbreitenden „Dalton-Schulen“.

Lehrerin Verena Nogaj hatte die Idee zum Schülersprechtag. Ihr Anliegen war es, Ansätze des systemischen Coachings in der Schule zu verwirklichen und vor allem positiv auf die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler einzuwirken. „Die Schülersprechtage stärken außerdem die Beziehung zwischen den Lehrern und den Schülern und wirken sich positiv auf das Kompetenzerleben der Schülerinnen und Schüler aus“, ist sie überzeugt. An der Konzeption beteiligten sich Jenny Hucklenbroich und Christina Wahle, die bereits über eine Ausbildung zum systemischen Coach verfügen. Nachdem sie sich grünes Licht von der Lehrerkonferenz geholt hatten, arbeitete das Team ein Jahr lang an der Ausarbeitung. Jutta Franke und Simone Liewer übernahmen die organisatorische Planung. Vor dem Schülersprechtag bekamen die Lehrerinnen und Lehrer eine Fortbildung zum Thema Gesprächsführung und systemisches Coaching durch den Pädagogen und Trainer für systemische Beratung Torsten Nicolaisen.

15 Minuten Gesprächszeit bekommt jeder Schüler am Schülersprechtag mit seinem Klassenlehrer. Außerdem kann er oder sie noch zu einem Fachlehrer gehen. 15 Minuten, die sich der Lehrer nur mit diesem einem Schüler beschäftigt. Zeit, die im Unterrichtsalltag zwischen den Stunden meist nicht da ist.

Wie die Schüler ihre Gesprächszeit nutzen, gestalten sie selbst. Mit Hilfe eines Reflexionsbogens bereiten sie sich auf das Gespräch vor. Dort geht es um ihre Selbsteinschätzung zu den Themen Arbeitsorganisation, Beteiligung am Unterricht, Selbstverantwortlichkeit und Sozialkompetenz. Natürlich können die Schüler aber auch ganz andere Themen ansprechen, die ihnen wichtig sind. Am Ende des Gesprächs einigen sich Lehrer und Schüler auf Ziele, die sie im Laufe des Schuljahres erreichen wollen und legen fest, wie sie diese erreichen können.

Die Idee des Schülersprechtages ist, dass sich die Schüler nicht als Objekt fühlen, ÜBER die gesprochen wird, wie beim Lehrersprechtag. Sondern sie sollen sich als Subjekte fühlen, die für ihren eigenen Lernerfolg die Verantwortung tragen“, erklärt Verena Nogaj. Schulleiter Gerd Kube begrüßt das Engagement seiner Kolleginnen und Kollegen: „Uns ist es am Gymnasium Voerde ein besonderes Anliegen, dass unsere Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihr eigenes Handeln und für ihren eigenen Lernerfolg übernehmen können. Der Schülersprechtag ist dazu ein besonders geeignetes Mittel.“ Um diese Eigenverantwortlichkeit umzusetzen habe sich die Schule auch gründlich mit der momentan verbreiteten Dalton-Pädagogik beschäftigt, diese Idee aber verworfen. „Die Dalton-Pädagogik suggeriert nur eine Freiheit und eine Eigenverantwortlichkeit, die sie aber faktisch nicht umsetzen kann. Durch die engen Vorgaben kompetenzorientierter Lehrpläne ist sie an ein engmaschiges Kontrollsystem gebunden, das ihre Grundidee sofort wieder zunichte macht“, so Kube. Letztlich führe sie nur dazu, dass die Schülerin bzw. der Schüler mit dem zu lernenden Stoff alleine gelassen wird. Der Lehrer ist zwar noch als Ansprechpartner im Raum, vermittelt den Stoff aber nicht mehr selbst, sondern kontrolliert später nur, ob die Schüler ihn sich korrekt angeeignet haben. Für ein erfolgreiches Lernen sei die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden, wie sie sich im täglichen Unterrichtsgespräch ergibt, aber von besonderer Bedeutung. „Und gerade diese Beziehung wird durch die Schülersprechtage besonders gestärkt“, so Kube.

Die nächsten Elternsprechtage gibt es dann wieder im zweiten Schulhalbjahr. In der Zwischenzeit können die Eltern aber natürlich die regelmäßigen Sprechstunden der Lehrerinnen und Lehrer nutzen.

 

 

 

 

 
GV-Logo
Gymnasium Voerde
Am Hallenbad 33
46562 Voerde
Tel.: (02855) 96 36 - 0
Fax.: (02855) 96 36 - 32
verwaltung@gymnasium-voerde.de