GV lobt einen "Essay- und Kunstpreis" für Schüler aus PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 27. November 2016 um 16:32 Uhr

Am Montag, 21.11.2016, stellten Schulleiter Gerd Kube, mehrere Deutschlehrer und außerschulische Sponsoren die Rahmenbedingungen für den ersten GV "Essay- und Kunstpreis" vor.Am Montag, 21.11.2016, stellten Schulleiter Gerd Kube, mehrere Deutschlehrer und außerschulische Sponsoren die Rahmenbedingungen für den ersten GV "Essay- und Kunstpreis" vor.Klassiker als Schullektüre. Erst kommt der Lesezwang mit der Schülerfrage nach dem Warum, dann das große Sezieren des Textes unter Anleitung des Lehrers im Klassenverband. Und irgendwann die Klausur. Echte Auseinandersetzung mit der Literatur oder nicht doch nur Niederschreiben unter Zeitdruck dessen, was in den im Unterricht ausgelegten Bahnen bleibt? Dass da etwas ganz Entscheidendes im Deutschunterricht nicht gefördert werden könne, vielleicht sogar solle, gibt Gerd Kube, Schulleiter und Oberstudienrat in den Fächern Deutsch und Religion am Gymnasium Voerde, ganz offen zu.

Aber kann Schule nicht doch dieses Mehr bieten, was die Weltliteratur offeriert und das viele erst entdecken, wenn kein Lehrer oder keine Lehrerin vorgibt, in welchen Seiten geblättert werden soll? 36 Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen des Gymnasiums Voerde lassen sich in den kommenden zehn Monaten auf das Experiment ein, ein Stück Literaturgeschichte aus der Liste der Zeit-Bibliothek der 100 Bücher oder Sachbücher für sich zu entdecken und die eigenen Gedanken in einen zehn- bis 30-seitigen Essay bzw. einer künstlerischen Auseinandersetzung in Musik, Bild oder Film für andere – und auch für sich selbst – zu äußern. Am Montag fiel nun der Startschuss des ersten GV-Essay- und Kunstpreises.

Die Idee zu dieser durchaus ehrgeizigen Art der Leseförderung geht auf Initiative von Servico-Gründer Holger Feldker zurück. Kein Wettbewerb ohne Fachjury und Sponsoren: Wer es durch zwei Wertungsrunden unter die letzten drei schafft, erhält Preise – von Theaterkarten bis zum Kulturwochenende in einer deutschen Stadt.

Deutschlehrer Robert Kamlage empfiehlt das „Dekameron“, „Alice im Wunderland“ oder „Die Blechtrommel“ – alles Titel aus der Mitte der 80er Jahre erstellten Zeit-Liste. Gerd Kube haben es Kafka und Kierkegaard angetan. Für was werden sich die Schülerinnen und Schüler entscheiden? Noch mussten sie sich nicht festlegen.

Das ganze hat etwas von einem Blind-Date. Denn, so erklärte Kube, beim Lesen sei man allein mit dem Buch, anders könnte sein Inhalt gar nicht mit einem sprechen. Lesen verlangt Stille, zuhören, offen sein, Zuneigung. Im Grunde das, was man auch von einem guten Gesprächspartner verlangen kann. Denn schließlich öffnet auch der Autor seine Gedankenwelt, hat, wenn das Buch etwas taugt, etwas Bereicherndes zu sagen.

Wie antwortet man darauf, wie sagt man es weiter? Der Essay bietet dafür die ideale Form. Ideal, weil sie Subjektivität und inneren Diskurs zulässt. Christian Egging, Lehrer und Jurymitglied, zitiert Hans Magnus Enzensberger auf die Frage, was denn überhaupt ein Essay sei: „Das weiß niemand so ganz genau. Ich verstehe darunter einen diskursiven Text, bei dem ich am Anfang noch nicht weiß, was am Schluss dabei herausspringt.“

Ermutigende Worte für die Schülerinnen und Schüler, ihre persönliche Auseinandersetzung mit den Worten und Gedanken anderer zu wagen. Die Gewinner werden voraussichtlich vor den Herbstferien 2017 bekannt gegeben.

Essay- und Kunstpreis für Schüler | Der Artikel erschien auf WAZ.de: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-dinslaken-huenxe-und-voerde/essay-und-kunstpreis-fuer-schueler-aimp-id12383740.html

 

 

 

 

 

 

 
GV-Logo
Gymnasium Voerde
Am Hallenbad 33
46562 Voerde
Tel.: (02855) 96 36 - 0
Fax.: (02855) 96 36 - 32
verwaltung@gymnasium-voerde.de