Die Sieger des Essaypreises zusammen mit den Mitgliedern der Jury.

Beim Kunst- und Essaypreis am Gymnasium Voerde setzten sich Schülerinnen intensiv mit bedeutender Literatur auseinander und schufen selbst große Kunst.

„Das Monster, das Frankenstein erschafft, ist er eigentlich selbst. Das wollte ich mit meinem Bild zeigen“, sagt Lioba Epler über ihr Kunstwerk, das sie im Rahmen des Kunst- und Essaypreises am Gymnasium Voerde erstellt hat. Auf ihrem Bild sieht man Viktor Frankenstein in Rückenansicht vor einem Spiegel stehend, aus dem ihn das Monster mit kühlem Blick anschaut. Die Nähte in seinem Gesicht wirken nicht nur sehr echt, sie sind es auch, da die Künstlerin sie ins Bild eingenäht hat. Verziert ist das Kunstwerk mit hunderten Originalausschnitten aus Mary Shelleys Roman. Der Jury war das ein erster Preis und damit einen Büchergutschein im Wert von 200 € wert.

Beim Kunst- und Essaypreis bekommen alle Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Voerde einmal im Jahr die Gelegenheit sich in bedeutender Literatur zu vergraben und ihre ganz persönliche Auseinandersetzung mit einem Buch ihrer Wahl in einem Kunstwerk oder aber in einem Essay zu verarbeiten. Zur Wahl stehen sowohl Romane als auch Sachbücher. Die Schüler können aus einer Liste von fast 200 Büchern – Jugendbücher und ‚Erwachsenenliteratur‘ – auswählen, die die Jury aus sechs Lehrerinnen und Lehrern zuvor aufgestellt hat. Nach Absprache sind aber auch eigene Buchvorschläge möglich. Acht Monate, von Juni 2018 bis April 2019, hatten sie für ihre Arbeit Zeit. Neun Schülerinnen (leider kein Schüler) haben durchgehalten. Ihre Werke wurden nun in einer feierlichen Preisverleihung prämiert.

Raquel Bubolz aus der sechsten Klasse setzte sich mit „Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll auseinander und schuf eine Zeichnung auf Leinwand, die zeigen sollte, „dass jeder Mensch verschiedene Facetten hat. Jeder kann einmal wie der Grinsekater, einmal wie der verrückte Hutmacher, die Herzkönigin oder eben wie Alice sein.“

Zoe Hekers, ebenfalls aus der sechsten Klasse, setzte die Schlüsselszenen aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“ stilsicher in einer aussagekräftigen Collage um.

Lea Ames (7. Klasse) nahm sich den Jugendroman „Bunker Diary“ von Kevin Brooks vor und verfasste dazu ein alternatives Ende. Dabei schaffte sie es nach Meinung der Jury den Stil des Autors äußerst gut nachzuahmen.

Die Oberstufenschülerin Catriona Kirchhoff setzte sich in einem sehr persönliches Essay mit dem Roman „Steppenwolf“ von Hermann Hesse und der Frage auseinander, welche Schlüsse Jugendliche heute für ihr eigenes Leben aus dem Roman ziehen können.

Für alle vier gab es aufgrund der besonderen Leistung einen dritten Platz.

Einen zweiten Platz erhielt Emma Rissel (5. Klasse), die auf sehr liebevolle Weise den Kinderroman „Win Dixie“ als Fotoroman umgesetzt hat. Ebenfalls einen zweiten Platz erreichte die Oberstufenschülerin Tina Obst mit ihrem Gemälde zu einer Szene aus dem Roman „Game of thrones“.

Neben Lioba Epler und ihrem Kunstwerk zu Mary Shelleys Frankenstein befand die Jury noch zwei weitere Werke eine Sieges würdig: Mia Blum aus der siebten Klasse nahm sich den Roman „Narnia“ von C.S. Lewis vor und porträtierte den Löwen Aslan. Dabei kam es ihr darauf an, die facettenreichen Persönlichkeitsmerkmale des Tieres auszurücken, was ihr nach Meinung der Jury sehr gut gelungen ist.

Nora Lienhardt (8. Klasse) zeigte schon mit der Auswahl ihres Buches „Extrem laut und unglaublich nah“ von Jonathan Safran Foer, dass sie auch vor „schweren“ Büchern nicht zurückschreckt. Zum Roman verfasste sie eine Parallelgeschichte. Dabei beeindruckte sie die Jury zum Einen durch große Kreativität und zum Anderen dadurch, dass sie den Sprachstil und den Perspektivenwechsel der Vorlage nachzuahmen wusste.

Alle teilnehmenden Schülerinnen haben sich ihre Preise redlich verdient und können als Vorbilder für zukünftige Teilnehmer des GV-Kunst-und-Essaypreises dienen.

In der Jury sagen die Deutschlehrer Gerd Kube, Robert Kamlage, Silke Schepp, Christian Egging und Johannes Lingnau sowie der Kunstlehrer Sebastian van Bömmel.